neil curtis interview im XTRA! 12/2001
dezember 2001

anlässlich des neil curtis projektes "public painting session" entstand einige tage vor der performance ein interview mit dem wiener schwulenmagazin XTRA! 

news_pfeil.gif (256 Byte)der artikel erscheint in der ausgabe XTRA! 12/2001. zusätzlich zum interview widmet XTRA! neil curtis auch das cover. es zeigt ein sujet welches bei den dreharbeiten zum bodypainting film XPS entstanden ist.

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logo_xtra.gif (228 Byte) Wie kam es zu dem Projekt "Public Painting Session"?
neil curtis: An sich ging mir die Idee einer öffentlichen Bodypainting Session schön länger durch den Kopf; allerdings ist es recht schwer, so etwas zu organisieren. Als dann die Leute der Galerie Clexx auf mich zukamen und mich fragten, ob ich in ihrer Galerie zur Vernissage eine Session machen möchte, habe ich nach kurzer Überlegungszeit zugesagt.

logo_xtra.gif (228 Byte) Also kein spontanes "Ja"?
neil curtis: Nein, kein spontanes "Ja", denn immerhin habe ich – abgesehen von meiner Session für die "KunstStücke" - noch nie eine Session "vor Publikum" gemacht. Außerdem wollte ich keine Kompromisse eingehen: es mußte für die Galerie auch klar sein, daß das bemalte Männermodel nackt sein sollte. Im Normalfall beginnen hier die Probleme, aber im Umfeld der Galerie gilt für mich eher das Motto "Freiheit der Kunst".

logo_xtra.gif (228 Byte) Warum muß das Model unbedingt nackt sein?
neil curtis: Bei einer Session ist der Körper die Leinwand auf der ich male. Eine Unterhose wäre für mich einfach ein unlogischer Teil dieser Leinwand. Eine "normale" Leinwand besteht ja auch nur aus einer weißen Fläche, auf der nichts anderes oben ist.

logo_xtra.gif (228 Byte) Nach der "Sofa-Session"-Ausstellung in der Villa vor einem Jahr ist es um dich ja wieder ruhiger geworden...
neil curtis: Das stimmt nur zum Teil: ich habe seither zwar keine "richtige" Ausstellung mehr gemacht, aber es sind zahlreiche andere Projekte entstanden. So habe ich z. B. ein Foto-Projekt im Kabelwerk Meidling gemacht oder bin mit einem Freund zusammen als "Media Mafia" auf diversen In-Festen aufgetaucht; dabei ist eine Menge Filmmaterial entstanden, das später Teil eines anderen Projektes wird. Seit einem halben Jahr arbeite auch außerdem wieder verstärkt an einer Musik-CD: zwölf Tracks sind dabei schon fast fix und fertig. Vielleicht wird man bei der Painting Session am 13. Dezember davon schon etwas hören können. In Österreich Musik zu machen ist halt ziemlich frustrierend, denn die Chancen auf einen Plattenvertrag (und damit die Veröffentlichung) sind leider sehr gering.

logo_xtra.gif (228 Byte) Neil Curtis als Musiker?
neil curtis: Nicht Musiker, sonder Multimediakünstler! Die Musik ist genauso ein Medium wie Film oder Fotografie, alles zusammenzuführen ist doch einfach logisch, oder? Die Painting Sessions können genauso Teil der Musik sein wie umgekehrt. Eines meiner momentanen Ziele ist eine Art Kunstfilm über Bodypainting, und der Soundtrack dazu ist ebenfalls von mir. Gleichzeitig könnte der Film aber auch als Videoclip zum Song fungieren. Die Songs entstehen übrigens rein virtuell auf meinem PC; ich bin damit einer der ersten Musiker überhaupt, der nur noch digital und mit Software Musik macht - aber diese Reduktion ist sicher die Zukunft. Einen der Tracks dieses Projektes kann man übrigens auf der FM4 Soundpark Homepage hören. Mal schauen, vielleicht wird er von FM4 auch 'mal regulär gespielt.

logo_xtra.gif (228 Byte) Wie bereitest du dich auf die Session vor?
neil curtis: Gar nicht - abgesehen von einer Session, die ich bereits mit dem Model gemacht habe. Ich möchte alles offen lassen, ich weiß nur, daß das Model auf weißen Bettlaken stehen oder liegen wird. Das sind Stilmittel, die ich auch schon im Bodypainting Film verwende. Für mich ist klar: wenn mir die Session Spaß macht, dann werde ich öfters öffentliche Sessions machen.

logo_xtra.gif (228 Byte) Wir hoffen, daß die Session gut beim Publikum ankommt, wünschen dir viel Erfolg und freuen uns außerdem noch auf weitere XTRA!-Covers!

    
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