Wie kam es zu dem Projekt "Public Painting Session"?
neil curtis: An sich ging mir
die Idee einer öffentlichen Bodypainting Session schön länger durch den Kopf;
allerdings ist es recht schwer, so etwas zu organisieren. Als dann die Leute der Galerie
Clexx auf mich zukamen und mich fragten, ob ich in ihrer Galerie zur Vernissage eine
Session machen möchte, habe ich nach kurzer Überlegungszeit zugesagt.
Also kein spontanes "Ja"?
neil curtis: Nein, kein
spontanes "Ja", denn immerhin habe ich abgesehen von meiner Session für
die "KunstStücke" - noch nie eine Session "vor Publikum" gemacht.
Außerdem wollte ich keine Kompromisse eingehen: es mußte für die Galerie auch klar
sein, daß das bemalte Männermodel nackt sein sollte. Im Normalfall beginnen hier die
Probleme, aber im Umfeld der Galerie gilt für mich eher das Motto "Freiheit der
Kunst".
Warum muß das Model unbedingt nackt sein?
neil curtis: Bei einer
Session ist der Körper die Leinwand auf der ich male. Eine Unterhose wäre für mich
einfach ein unlogischer Teil dieser Leinwand. Eine "normale" Leinwand besteht ja
auch nur aus einer weißen Fläche, auf der nichts anderes oben ist.
Nach der "Sofa-Session"-Ausstellung in der Villa vor einem Jahr
ist es um dich ja wieder ruhiger geworden...
neil curtis: Das stimmt nur
zum Teil: ich habe seither zwar keine "richtige" Ausstellung mehr gemacht, aber
es sind zahlreiche andere Projekte entstanden. So habe ich z. B. ein Foto-Projekt im
Kabelwerk Meidling gemacht oder bin mit einem Freund zusammen als "Media Mafia"
auf diversen In-Festen aufgetaucht; dabei ist eine Menge Filmmaterial entstanden, das
später Teil eines anderen Projektes wird. Seit einem halben Jahr arbeite auch außerdem
wieder verstärkt an einer Musik-CD: zwölf Tracks sind dabei schon fast fix und fertig.
Vielleicht wird man bei der Painting Session am 13. Dezember davon schon etwas hören
können. In Österreich Musik zu machen ist halt ziemlich frustrierend, denn die Chancen
auf einen Plattenvertrag (und damit die Veröffentlichung) sind leider sehr gering.
Neil Curtis als Musiker?
neil curtis: Nicht Musiker,
sonder Multimediakünstler! Die Musik ist genauso ein Medium wie Film oder Fotografie,
alles zusammenzuführen ist doch einfach logisch, oder? Die Painting Sessions können
genauso Teil der Musik sein wie umgekehrt. Eines meiner momentanen Ziele ist eine Art
Kunstfilm über Bodypainting, und der Soundtrack dazu ist ebenfalls von mir. Gleichzeitig
könnte der Film aber auch als Videoclip zum Song fungieren. Die Songs entstehen übrigens
rein virtuell auf meinem PC; ich bin damit einer der ersten Musiker überhaupt, der nur
noch digital und mit Software Musik macht - aber diese Reduktion ist sicher die Zukunft.
Einen der Tracks dieses Projektes kann man übrigens auf der FM4 Soundpark Homepage
hören. Mal schauen, vielleicht wird er von FM4 auch 'mal regulär gespielt.
Wie bereitest du dich auf die Session vor?
neil curtis: Gar nicht -
abgesehen von einer Session, die ich bereits mit dem Model gemacht habe. Ich möchte alles
offen lassen, ich weiß nur, daß das Model auf weißen Bettlaken stehen oder liegen wird.
Das sind Stilmittel, die ich auch schon im Bodypainting Film verwende. Für mich ist klar:
wenn mir die Session Spaß macht, dann werde ich öfters öffentliche Sessions machen.
Wir hoffen, daß die Session gut beim Publikum ankommt, wünschen dir
viel Erfolg und freuen uns außerdem noch auf weitere XTRA!-Covers!
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