neil curtis interview im FERAL MAGAZIN amsterdam
interviewed von jules davies / second city media
dezember 2001

ein paar tage vor neil curtis erster public painting session in der galerie clexx wurde er von jules davies, redakteur bei feral magazin amsterdam interviewed.

news_pfeil.gif (256 Byte)der vierseitige artikel in der ausgabe 01/2002 beginnt mit einem überblick über bodypainting und beinhaltet ebenso zwei interviews mit den bodypaintern neil curtis und dem amerikaner steven bradford. eine weitere seite zeigt bilder von curtis und bradfords arbeit, unter anderem fotos von tribal tribute und tribal tribute YBR.

 
feral:
neil curtis, wo wohnst du?
neil curtis: ich wohne in wien.

feral: woher kommt dein interesse an bodypainting und was sind deine einflüsse?
ich habe früher recht gerne mit fingerfarben gemalt, manchmal auch auf meine eigene haut, aber irgendwann hatte ich dann keine lust mehr. mit 22 habe ich dann ein bild von Keith Haring gesehen, auf dem er in einem raum stand und am ganzen körper mit seinen mustern angemalt war. da wusste ich, daß ich das auch gerne mal wieder machen möchte, und deshalb begann ich wieder damit. bodypainting ist mit einem gewissen tabu behaftet, und deshalb haben viele models bei einer session auch noch unterwäsche oder einen slip an. wenn dann doch irendwo eine session mit einem nackten körper gemacht wird, ist es meistens in einem sexuellen umfeld, auf sexshows oder in discos, und meistens werden dort irgendwelchen frauen irgendwelche hundeaugen auf die titten gemalt. und das ist echt schade, weil bodypainting ist viel mehr als nur das, es ist eine ziemlich alte kunstform, wurde schon von den ureinwohnern afrikas oder den aboriginies praktiziert.

feral: seit wann machst du schon bodypainting und wie hat sich deine arbeit verändert und weiterentwickelt?
ich habe vor etwa sechs jahren wieder mit bodypainting begonnen. es dauert etwa ein- bis drei stunden um einen ganzen körper zu bemalen. ich male meistens sehr abstrakt, und die art und weise wie ich male hat sich auch geändert. ich finde es interessant einen körper in einer session mehmals zu übermalen, etwa zu erst komplett mit blau, dann mit einer anderen farbschicht darüber, progressive veränderungen. ich arbeite jetzt auch teilweise mit anderen materialien. diesen sommer habe ich begonnen in einer lehmgrube mit lehm zu arbeite. momentan entsteht gerade ein buch und ein video, in dem auch selbstkomponierte musik von mir vorkommt.

feral: kann man deine arbeit neben deiner webseite auch noch irgendwo anders sehen?
ja, in der gallerie Clexx in wien! ich werde am 13.12.2001 bei der eröffnung der ausstellung Body eine live bodypainting session machen, das wird etwa 2 stunden dauern und für mich eine ziemlich neue erfahrung sein, die reaktionen der leute auf die session gleich vor ort zu sehen.

feral: wenn jemand mit bodypainting oder körper bemalen experimentieren möchte, welche tipps kannst du ihm geben? welche regeln muss man befolgen?
zu allerersteinmal: es gibt keine regeln! man kann bodypainting als kunst, spass oder sex-spielart machen, alleine, mit seinem partner oder in einer gruppe. das einzige was man dafür braucht sind die farben und eine badewanne oder dusche! es ist allerdings wichtig, daß man keine gefährlichen farben verwendet, also keine giftigen oder krebserregenden. ich habe meistens fingerfarben für kinder verwendet, z.b. die von Ikea, aber auch wasserfarben sind gut, die können auch meistens einige stunden halten – lang genug um auch mal bemalt in einen club oder in eine disco zu gehen. es gibt auch professionelle farben, die es beim friseur und theaterbedarf gibt. schlecht finde ich die fett- oder öl-basierenden farben. es gibt auch ungiftige permanent marker stifte, da bleibt die farbe manchmal sogar 1-2 wochen auf der haut bis sie verschwindet. damit kann man auch japanische tattoos machen.

    
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